Ifo-Chef fordert einheitliche Mehrwertsteuer

Der Präsident des ifo-Instituts plädiert für die Abschaffung des ermäßigten Steuersatzes. Um soziale Härten zu vermeiden, hat er einen Ausgleich im Blick.
Clemens Fuest, Leiter des ifo-Instituts, hat sich für eine grundlegende Reform der Mehrwertsteuer ausgesprochen. Sein Vorschlag: Die derzeit geltenden unterschiedlichen Sätze sollten vereinheitlicht werden. Das bedeutet konkret die Abschaffung des reduzierten Satzes von sieben Prozent, den aktuell viele Güter des täglichen Bedarfs genießen.
Eine solche Maßnahme würde für Verbraucher zu deutlichen Preissteigerungen führen – insbesondere bei Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Waren. Besonders einkommensschwache Haushalte würden davon stark betroffen sein.
Um negative Auswirkungen auf die Bevölkerung abzufedern, bringt Fuest jedoch auch Lösungsansätze ein. Der Ökonom denkt dabei an Kompensationsmechanismen, die eine sozialverträgliche Umsetzung ermöglichen könnten. Welche konkreten Maßnahmen er im Sinn hat, wird derzeit in der Fachdiskussion erörtert.