Frankreichs steigende Schuldenkosten beunruhigen den Euroraum
Die französischen Kreditkosten erreichen ein 22-Jahres-Hoch. Experten warnen vor möglichen Auswirkungen auf andere Länder der Eurozone.
Frankreich steht unter Druck. Die Renditen für französische Staatsanleihen sind so hoch wie zuletzt Anfang der 2000er Jahre. Dieser Anstieg weckt Befürchtungen, dass finanzielle Schwierigkeiten eines großen Eurolandes auch andere Länder mit hoher Verschuldung in Mitleidenschaft ziehen könnten.
Das Kernproblem: Eine mögliche Ansteckungswirkung auf südeuropäische Länder, die bereits mit erheblichen Schuldenlasten kämpfen. Sollte das Vertrauen in den französischen Haushalt weiter schwinden, könnten Anleger ihre Gelder abziehen und in vermeintlich sicherere Länder umschichten.
Die Europäische Zentralbank könnte mit Interventionen gegensteuern. Allerdings sind ihre Handlungsmöglichkeiten limitiert. Fachleute sind sich uneinig, ob eine Neuauflage der Eurokrise von 2010 droht oder ob die Eurozone heute robuster aufgestellt ist.