Deutsche Rechenzentren unter amerikanischer Kontrolle
Deutschland plant den Ausbau von Rechenzentren für digitale Unabhängigkeit. Eine Analyse zeigt jedoch: Viele Projekte werden von US-Konzernen vorangetrieben.
Deutschland möchte seine digitale Souveränität stärken und setzt dabei auf den Aufbau moderner Rechenzentren im Land. Doch eine gemeinsame Recherche von NDR und Süddeutscher Zeitung offenbart ein Paradoxon: Ein Großteil der geplanten Projekte steht unter Kontrolle amerikanischer Technologie-Giganten.
Das bedeutet, dass die angestrebte Unabhängigkeit von ausländischen Akteuren bislang nicht erreicht wird. Die Infrastruktur, die eigentlich nationale Daten schützen soll, bleibt faktisch in den Händen internationaler Konzerne.
Für die deutsche Politik stellt dies ein strategisches Dilemma dar: Während der Bedarf nach heimischen Rechenzentren wächst, mangelt es bislang an Kapital und Expertise, um diese ohne internationale Partner aufzubauen. Experten sehen hier einen Handlungsbedarf, um die Abhängigkeit von US-Unternehmen mittelfristig zu verringern.