Bilderbuch: Zwischen Algorithmen und Gegenwartsbewältigung
Die österreichische Band Bilderbuch hat ein düsteres Album geschaffen. Im Gespräch erklärt Frontmann Maurice Ernst, wie Tech-Konzerne und digitale Kontrolle ihre Musik prägen.
Bilderbuch verabschieden sich vom Eskapismus. Auf ihrem neuen Album ∞+1 tauchen die Wiener in eine beklemmende Gegenwart ein. Neben experimenteller Elektronik und nervösen Rhythmen stehen digitale Dauerkontrolle und der Einfluss großer Technologiekonzerne im Fokus – Themen, die die Band sowohl musikalisch als auch textuell umtreiben.
Bandleader Maurice Ernst hat sich für ein Interview zu den Hintergründen des neuen Werks geäußert. Er beschäftigt sich darin mit der Vorstellung von Kontrolle durch Tech-Giganten und skizziert ein Szenario, in dem persönliche Daten zur Ware werden. Drohnen, künstliche Intelligenz und unbegrenzte Überwachung prägen die düstere Soundwelt des Albums.
Mit ∞+1 zeigen Bilderbuch ein bewusst unbequemes Gesicht. Statt in Schönheit zu flüchten, stellen sie sich den technologischen und gesellschaftlichen Ängsten ihrer Zeit – und verpacken diese in zwar düstere, aber höchst fesselnde Popmusik.