Oktoberfest-Videos: Das Geschäft mit der Scham
Tausende Videos von Besuchern des Oktoberfests kursieren im Internet. Manche zeigen Frauen in heiklen Situationen – gezielt aufgenommen und verbreitet. Eine BR-Recherche wirft Fragen zur Verantwortung auf.
Auf dem Münchner Oktoberfest entstehen täglich unzählige Aufnahmen. Doch nicht alle dokumentieren frohe Fest-Momente: Recherchen des Bayerischen Rundfunks zeigen, dass eine beachtliche Menge voyeuristischer Aufnahmen online geteilt wird – besonders vom sogenannten Teufelsrad, einem Fahrgeschäft, auf dem sich Besuchende in prekären Positionen befinden können.
Diese Videos werden gezielt aufgenommen, geschnitten und über verschiedene Plattformen verbreitet. Sie reduzieren Frauen auf ihre Körper und instrumentalisieren intime Momente für Unterhaltung. Dahinter steckt teilweise ein finanzielles Geschäftsmodell, wie die BR-Recherchen belegen.
Das rechtliche Problem: Viele dieser Machenschaften lassen sich strafrechtlich schwer verfolgen. Auch wenn die Aufnahmen fragwürdig sind – es fällt vielen Juristen schwer, konkrete Gesetzesverstöße nachzuweisen. Das schafft einen rechtsfreien Raum für eine Praxis, die vielen Betroffenen schadet.